Häufige Fragen zur Gigabitrichtlinie

Hier beantworten wir einige zentrale Fragen, die den Breitbandausbau in Bayern und die bayerische Gigabitförderung betreffen. Diese sollen eine erste Orientierung bieten. Für weitergehende Informationen stehen Ihnen das Bayerische Breitbandzentrum sowie die Breitbandmanager an den örtlich zuständigen Ämtern für Breitband, Digitalisierung und Vermessung als Ansprechpartner zur Verfügung.

Grundsätzliches

Seit wann gibt es die bayerische Gigabitförderung?
Die Bayerische Gigabitrichtlinie trat am 2. März 2020 in Kraft.
Was soll mit dem Förderprogramm erreicht werden?
Zweck der Förderung ist der Aufbau von gigabitfähigen Breitbandnetzen im Freistaat Bayern mit Übertragungsraten von mindestens 1 Gbit/s symmetrisch für gewerbliche Anschlüsse und mindestens 200 Mbit/s symmetrisch für Privatanschlüsse, die im Rahmen von Internetzugangsdiensten zuverlässig zur Verfügung zu stellen sind (Zielbandbreiten).
Was wird gefördert?
Gefördert werden Ausgaben des Zuwendungsempfängers an Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze i.S.d. § 3 Nr. 27 des Telekommunikationsgesetzes (Netzbetreiber) zur Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke oder Ausgaben des Zuwendungsempfängers für die Errichtung von eigenen passiven Breitbandinfrastrukturen (Betreibermodell).

Zusätzlich besteht die Möglichkeit beim zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung das sogenanntes "Startgeld Netz" in Höhe von einmalig 5.000 EUR zu beantragen. Mit dem „Startgeld Netz“ unterstützt der Freistaat Bayern die Kommunen bei der administrativen Abwicklung des Förderprogramms zum Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen (siehe dazu auch die Informationen unter Startgeld Netz).
Was sind die Zuwendungsvoraussetzungen – welche Adressen sind förderfähig?
Die allgemeinen Zuwendungsvoraussetzungen ergeben sich aus der Nr. 4.1 BayGibitR. Als Grundvoraussetzung für eine Förderung nach Nr. 4.1.4 BayGibitR gilt, dass diese zu einer wesentlichen Verbesserung der aktuellen Breitbandversorgung bzw. der durch einen eigenwirtschaftlichen Ausbau innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren erreichten Breitbandversorgung führen muss. Eine wesentliche Verbesserung der Breitbandversorgung liegt vor, wenn durch erhebliche neue Investitionen (z.B. optische Bauelemente, die näher zum Endkunden geführt werden, "FTTx") und alle möglichen Endkunden im Erschließungsgebiet über wesentlich höhere Bandbreiten im Upload und im Download (mindestens Verdoppelung im Up- und Download im Rahmen der unter Nr. 1 BayGibitR aufgeführten Zielbandbreiten) verfügen, als ohne geförderten Ausbau.

Förderfähig sind Adressen (amtliche Hauskoordinaten) im Erschließungsgebiet die in "weißen NGA-Flecken" (kein Netzbetreiber bietet mind. 30 Mbit/s im Download) und "grauen NGA-Flecken" (nur ein Netzbetreiber bietet mind. 30 Mbit/s im Download) liegen.

Sollte bereits ein Netz im Erschließungsgebiet vorhanden sein bzw. in den kommenden drei Jahren von privaten Netzbetreibern errichtet werden, welches zuverlässig mind. 100 Mbit/s im Download für Privatanschlüsse und mind. 200 Mbit/s symmetrisch für gewerbliche Anschlüsse übertragen kann, scheidet eine Förderung für diese Adressen aus.

Ebenso scheidet eine Förderung für gewerbliche Anschlüsse aus, sofern für diese bereits ein Netz im Erschließungsgebiet vorhanden ist, welches zuverlässig die Übertragung von mehr als 500 Mbit/s im Download ermöglicht oder innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren durch eigenwirtschaftlichen Ausbaus ein solches Netz errichtet wird.
Wer kann eine Zuwendung erhalten?
Zuwendungsempfänger sind Gemeinden, Zusammenschlüsse von Gemeinden oder Gemeindeverbände im Freistaat Bayern (vgl. Nr. 3 BayGibitR).
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen der Gigabitrichtlinie und der Breitbandrichtlinie?
Die bayerische Breitbandrichtlinie ermöglicht Förderung in weißen NGA-Flecken. Die Gigabitrichtlinie ermöglicht Förderung in weißen und grauen NGA-Flecken.

Gebietsdefinition
Die Festlegung des (vorläufigen oder endgültigen) Erschließungsgebiets erfolgt anhand von Adresslisten auf Grundlage der Amtlichen Hauskoordinaten. Ergänzend ist eine Darstellung in Kartenform vorgesehen.

Adressbezogene Berechnung der Förderung
Die Förderhöchstbeträge der Förderprojekte werden abhängig von der Anzahl der im Rahmen des Förderprojekts zu versorgenden Adressen gewährt, siehe Hinweisdokument Förderkonditionen.

Förderfähige Adressen
Die Förderung erfolgt nur für Anschlusspunkte die als „Amtliche Hauskoordinaten“ erfasst sind; hier ist i.d.R. eine private oder gewerbliche Nutzung gegeben bzw. absehbar (Wohn- oder gewerblich genutzte Gebäude).
Die Anbindung technischer Anlagen (z.B. Umspanneinrichtungen, Pumpenhäuschen sowie Stadtmöbel wie z.B. Laternen etc.) ist grundsätzlich möglich. Bei Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die Förderung werden diese technischen Anlagen nicht berücksichtigt. Eine Außnahme bilden Mobilfunkmasten, diese können berücksichtigt werden.

Neubaugebiete
Die Erhöhung des Förderhöchstbetrags um 9.000 Euro je Anschluss wird nicht für Neubaugebiete gewährt.

Linkeinstellungen

Die BayGibitR verlangt an verschiedenen Stellen eine Veröffentlichung auf dem zentralen Onlineportal des Bayerischen Breitbandzentrums. Welche Schritte muss eine Gemeinde hierfür unternehmen?
Die Veröffentlichungen der Gemeinde im Rahmen des Förderprozesses erfolgen zunächst auf der Gemeinde-Homepage. Die Veröffentlichung auf dem zentralen Onlineportal wird dann als Weblink zu dieser Seite umgesetzt. Die von der BayGibitR vorgeschriebenen Veröffentlichungen gelten erst dann als erfolgt, wenn der Link auf dem Onlineportal des Bayerischen Breitbandzentrums veröffentlicht ist. Hierzu schickt die Gemeinde eine E-Mail mit dem Link an den jeweils zuständigen Breitbandmanager; die Kontaktdaten finden Sie hier. Ist dies erfolgt, werden die von der Gemeinde getätigten Angaben in den auf der Gemeindehomepage veröffentlichten Unterlagen durch den jeweils zuständigen Breitbandmanager kursorisch auf Plausibilität geprüft und – sofern die kursorische Prüfung keine Beanstandungen ergibt – wird der Link auf dem zentralen Onlineportal veröffentlicht. Die Gemeinde erhält hierüber eine Bestätigungsmail durch das Bayerische Breitbandzentrum.
Wie lange müssen Links, die auf der Homepage des Bayerischen Breitbandzentrums veröffentlicht wurden, abrufbar sein?
Alle Informationen und Dokumente, die auf der Gemeinde-Homepage eingestellt und mit dem zentralen Onlineportal „verlinkt“ werden, müssen während des gesamten Förderprozesses verfügbar sein. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die einzelnen Schritte des Förderverfahrens, welche die Gemeinde durchzuführen hat, dokumentiert sind und nachvollzogen werden können.

Die veröffentlichten Adresslisten zum Markterkundungs- und Auswahlverfahren sind nach Ablauf der Markterkundungsfrist bzw. der Frist zum Auswahlverfahren wieder von der Gemeindehomepage zu entfernen. Beachten Sie hierzu auch das Hinweisdokument zur Adressliste.
Gibt es im Verfahren Fristen zu beachten?
Für einige Verfahrensschritte schreibt die BayGibitR Mindestfristen vor (z.B. 1 Monat für die Markterkundung), für anderen (z.B. Bekanntmachung Auswahlverfahren) setzt die Gemeinde eigene Fristen. In jedem Fall gilt: Fristen beginnen erst zu laufen, sobald der Link auf dem Onlineportal des Bayerischen Breitbandzentrums veröffentlicht ist. Da Veröffentlichungen der Gemeinden durch den jeweils zuständigen Breitbandmanager kursorisch geprüft werden, ist es sinnvoll, beim Setzen der Frist einen zeitlichen „Puffer“ einzuplanen. Fristen sollen auf Anfrage von Marktteilnehmern verlängert werden.
Was bedeutet es, wenn in der Förderfortschrittsliste das Datum in grauer Schrift dargestellt ist?
Gemeinden, die ihr Verfahren ausgesetzt haben, werden in der Förderfortschrittliste anhand dieser Darstellung gekennzeichnet. Des Weiteren werden die dazugehörigen Links zur jeweiligen Gemeindehomepage deaktiviert. Gemeinden setzen ihr Verfahren beispielsweise aus, wenn sich wesentliche Rahmenbedingungen bzw. neue Umstände ergeben haben (bspw. durch einen eigenwirtschaftlich angekündigten Ausbau).
Beginnt eine solche Gemeinde ein neues Verfahren, wird das ausgesetzte Verfahren überschrieben.
Was muss eine Gemeinde tun, wenn sie ihr Verfahren aussetzen möchte?
Setzt eine Gemeinde ihr Verfahren aus, muss sie dies dem jeweils zuständigen Breitbandmanager per Mail mitteilen. Daraufhin wird in der Förderfortschrittliste das Datum "ausgegraut" und die Links zur Gemeindehomepage werden deaktiviert. Die Gemeinde erhält hierüber eine Bestätigungsmail durch das Bayerische Breitbandzentrum.
Warum sind alle Links deaktiviert, wenn eine Gemeinde bereits den Fördersteckbrief veröffentlicht hat?
Sobald eine Gemeinde einen Fördersteckbrief veröffentlicht, ist das laufende Antragsverfahren abgeschlossen. Eine Verlinkung zur Gemeindehomepage ist nicht weiter notwendig. Ab Veröffentlichung des Fördersteckbriefs steht es der Gemeinde frei, die bis dato veröffentlichten Informationen zu den jeweils durchlaufenen Förderschritten von der Gemeindehomepage zu entfernen. Etwaige Vorgaben zur internen Dokumentation des Verfahrens sowie der Archivierung der Unterlagen bleiben hiervon unberührt.
Müssen Fördersteckbrief und abschließende Projektbeschreibung auf der jeweiligen Gemeinde-Homepage für 10 Jahre veröffentlicht werden (vgl. Nr. 13.2 BayGbitR)?
Der Fördersteckbrief und die abschließende Projektbeschreibung sind nur auf dem zentralen Onlineportal für 10 Jahre zu veröffentlichen. Diese Vorgabe der BayGibitR wird durch das Bayerische Breitbandzentrum übernommen. Die entsprechenden Veröffentlichungen der Gemeinde werden auf einem zentralen Server abgelegt und stehen für den geforderten Zeitraum auf dem Onlineportal des Breitbandzentrums zur Verfügung.

Startgeld Netz

Wofür dient das "Startgeld Netz"?
Die Teilnahme am Förderverfahren nach der Gigabitrichtlinie ist für Gemeinden mit einem administrativen Aufwand verbunden. So müssen die Kommunen ein vorläufiges Erschließungsgebiet festlegen, die bereits vorhandene Versorgung mit Breitbandanschlüssen im Erschließungsgebiet ermitteln, die Netzbetreiber zu ihren eigenwirtschaftlichen Ausbauplänen befragen etc. Mit dem „Startgeld Netz“ unterstützt der Freistaat Bayern die Gemeinden bei der administrativen Abwicklung des Förderprogramms zum Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen.
Fördergegenstand - "Startgeld Netz"
Gegenstand des „Startgeld Netz“ ist der den Kommunen im Rahmen der bayerischen Gigabitförderung entstehende administrative Aufwand. Hierzu zählt die Beauftragung externer Planungsbüros ebenso wie der Personal- und Sachaufwand in der Kommune.
Empfänger und Voraussetzungen - "Startgeld Netz"
Empfänger des „Startgeld Netz“ sind Kommunen, die beabsichtigen, für sich bzw. als Mitglied eines Zusammenschlusses von Gemeinden (interkommunale Zusammenarbeit) oder eines Gemeindeverbands eine Förderung im Rahmen der bayerischen Hochgeschwindigkeitsförderung zu beantragen. Voraussetzung für die Beantragung des "Startgeld Netz" ist, dass die Gemeinde eine Markterkundung (ggf. interkommunal) über das zentrale Onlineportal des bayerischen Breit-bandzentrums veröffentlicht hat.
Art und Umfang des "Startgeld Netz"
Das „Startgeld Netz“ wird als feste Verwaltungspauschale (Festbetrag) geleistet. Es beträgt einmalig 5.000 Euro pro Kommune. Das „Startgeld Netz“ wird auf eine Förderung im Rahmen der bayerischen Gigabitförderung angerechnet. Ein einmal bewilligtes "Startgeld Netz" muss nicht zurückgezahlt werden, wenn es nicht zu einer Förderung nach der Breitbandrichtlinie kommt, z.B., weil ein Netzbetreiber im Rahmen der Markterkundung einen eigenwirtschaftlichen Ausbau ankündigt.
Wie und wo wird das Startgeld Netz beantragt?
Der Antrag ist beim örtlich zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung einzureichen. Hierzu schickt die Gemeinde eine E-Mail mit den vollständig ausgefüllten Antrag per E-Mail an den zuständigen Breitbandmanager; die Kontaktdaten finden Sie hier.

Fristverlängerungen

Was bedeutet das Symbol * in der Förderfortschrittsliste?
Das Sternchen in der Linkliste macht kenntlich, wenn eine Gemeinde - nach erfolgter Linkeinstellung - während des jeweiligen Förderschritts bisher veröffentlichte Fristen verlängert. Dies dient insbesondere dazu, Netzbetreiber sowie andere am Förderverfahren beteiligte Akteure hierauf hinzuweisen.
Wie soll eine nachträgliche Fristverlängerung dargestellt werden?
Eine Fristverlängerung ist auf der Gemeindehomepage bekannt zu machen. Es empfiehlt sich darüber hinaus, über die Fristverlängerung einen Aktenvermerk zu fertigen, um diesen im Rahmen der Förderantragstellung der Bezirksregierung mit vorlegen zu können. Auf der Gemeindehomepage ist das neue Fristende inkl. Datum und Uhrzeit anzugeben. Bei einer Verlängerung der Angebotsfrist im Auswahlverfahren ist auch auf eine etwaige Anpassung der Bindefrist des Angebots zu achten. Wichtig: Die mit Datum versehenden Ursprungsdokumente dürfen nachträglich nicht geändert werden.
Warum wird, wenn ein * gesetzt wird, nicht auch das Datum aktualisiert?
Das * zeigt an, wenn eine Gemeinde eine veröffentliche Frist nachträglich verlängert hat. Das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum bleibt davon unberührt und wird beibehalten.
Wie kann eine Gemeinde das Bayerische Breitbandzentrum über eine nachträgliche Änderung der Frist informieren?
Nimmt eine Gemeinde - nach einer bereits erfolgten Linkveröffentlichung - eine Fristverlängerung im jeweiligen Förderschritt vor, so soll sie dies dem jeweils zuständigen Breitbandmanager per Mail mitteilen. Daraufhin wird in der Förderfortschrittstabelle hinter das Datum des jeweiligen Förderschritts das Sternchen eingefügt. Die Gemeinde erhält hierzu eine Bestätigungsmail durch das Bayerische Breitbandzentrum.
Ist die Fristverlängerung auch in der CSV-Datei ersichtlich?
In der CSV-Datei ist für Fristverlängerung Markterundung und Fristverlängerung Auswahlverfahren jeweils eine eigene Spalte eingefügt, die das Datum der letzten Anpassung des jeweiligen Förderschritts enthält. Auf diese Weise ist erkennbar, wann und in welchem Schritt eine Gemeinde ihre ursprünglich veröffentlichte Frist verlängert hat.

Erschließungsgebiete

Was sieht die Gigabitrichtlinie hinsichtlich der Festlegung von Erschließungsgebieten vor?
Die Gemeinde ist in der Festlegung eines vorläufigen Erschließungsgebietes (oder mehrerer vorläufiger Erschließungsgebiete) frei. Das vorläufige Erschließungsgebiet bildet sich aus allen förderfähigen Adressen, welche in der Adressliste eingetragen sein müssen. Förderfähig sind gemäß Nr. 4.1. BayGibitR alle Adressen die ein „grauer oder weißer NGA-Fleck“ sind. Zusätzlich sind, um die Förderfähigkeit für private und gewerbliche Adressen feststellen zu können, folgende Aufgreifschwellen zu beachten:

Sollte bereits ein Netz im Erschließungsgebiet vorhanden sein bzw. in den kommenden drei Jahren von privaten Netzbetreibern errichtet werden, welches zuverlässig 100 Mbit/s im Download für Privatanschlüsse und 200 Mbit/s symmetrisch für gewerbliche Anschlüsse übertragen kann, scheidet eine Förderung für diese Adressen aus.

Ebenso scheidet eine Förderung für gewerbliche Anschlüsse aus, sofern für diese bereits ein Netz im Erschließungsgebiet vorhanden ist, welches zuverlässig die Übertragung von mehr als 500 Mbit/s im Download ermöglicht oder innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren durch eigenwirtschaftlichen Ausbaus ein solches Netz errichtet wird.

Um die Vergleichbarkeit der Angebote sicherzustellen, hat die Kommune in der Bekanntmachung zum Auswahlverfahren Mindestvorgaben für jede einzelne Adresse in der Adressliste zu machen. Das endgültige Erschließungsgebiet wird erst mit Abschluss des Auswahlverfahrens durch die Auswahlentscheidung der Gemeinde festgelegt.
Was ist ein „weißer, grauer und ein schwarzer NGA-Fleck“?
Ein „weißer NGA-Fleck“ liegt vor, wenn gegenwärtig keine NGA-Versorgung vorhanden ist und in den kommenden 3 Jahren von privaten Investoren wahrscheinlich auch nicht errichtet werden. Nach den Leitlinien der EU für die Anwendung der Vorschriften über staatliche Beihilfen im Zusammenhang mit dem schnellen Breitbandausbau (ABl C 2013 25/1) handelt es sich bei NGA-Versorgungen um: FTTx-Netze (glasfaserbasierte Zugangsnetze), hochleistungsfähige modernisierte Kabelnetze (mindestens unter Verwendung des Kabelmodemstandards DOCSIS 3.0) und bestimmte hochleistungsfähige drahtlose Zugangsnetze, die jedem Teilnehmer zuverlässig Hochgeschwindigkeitsdienste bieten. Wenn die mit NGA-Netzen assoziierten Mindestbandbreiten von 30 Mbit/s im Download und 2 Mbit/s im Upload nicht erreicht werden, so liegt, ungeachtet von der im Einsatz befindlichen Technologie, ein „weißer NGA-Fleck“ vor.

Als „graue NGA-Flecken“ sind Gebiete zu betrachten, in denen in den kommenden drei Jahren lediglich ein NGA-Netz verfügbar sein oder ausgebaut werden wird und kein anderer Betreiber den Ausbau eines weiteren NGA-Netzes in diesem Zeitraum plant.

Sofern in einem bestimmten Gebiet mindestens zwei NGA-Netze unterschiedlicher Betreiber existieren oder in den kommenden drei Jahren ausgebaut werden, ist dieses Gebiet als „schwarzer NGA-Fleck“ anzusehen.
Wie hoch sind die Fördersätze und Förderhöchstbeträge?
Die Fördersätze betragen 80% bzw. 90% und orientieren sich an der Einstufung der Gemeinden im Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP). Für Gemeinden im Verdichtungsraum außerhalb des Raumes mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) gilt ein Fördersatz i.H.v. 80 %, für Gemeinden im ländlichen Raum und im RmbH gilt ein Fördersatz i.H.v. 90 %.

Die Förderhöchstbeträge sind direkt an die zu fördernden Adressen gebunden (grauer bzw. weißer NGA Fleck) und betragen je Adresse:

• 2.500 € im Verdichtungsraum außerhalb des RmbH,
• 5.000 € im ländlichen Raum außerhalb des RmbH,
• 6.000 € im RmbH.

Handelt es sich bei einer förderfähigen Adresse um einen weißen NGA Fleck, erhöhen sich die oben genannten Beträge um 9.000 €. Neubaugebiete werden hierbei nicht als weißer NGA Fleck eingestuft!

Bei interkommunaler Zusammenarbeit erhöhen sich die individuellen Förderhöchstbeträge für jede der beteiligten Gemeinden um weitere 1.000 € je förderfähige Adresse im jeweiligen Gemeindegebiet, in Summe jedoch nicht mehr als 50.000 € je Gemeinde. Die zusätzliche Förderung von bis zu 50.000 € kann zwischen den Gemeinden nicht übertragen werden.

Neben den Förderhöchstbeträgen für die einzelnen Adressen ist die maximale Förderung je Gemeinde über das gesamte Förderprogramm zu beachten:

• 8 Mio. € für Gemeinden im RmbH,
• 6 Mio. € für Gemeinden im ländlichen Raum,
• 3 Mio. € für Gemeinden im Verdichtungsraum

Die Härtefallregelung ermöglicht zusätzliche Unterstützung für die Gemeinden, deren fiktive Eigenanteile an den förderfähigen Kosten mehr als 30% der durchschnittlichen Finanzkraft betragen würden. Die über 30 % der Finanzkraft liegenden fiktiven Eigenanteile werden zusätzlich zu 90 % gefördert. In jedem Fall müssen 10% der förderfähigen Kosten bei der Gemeinde verbleiben.

Fördersatz und Förderhöchstbetrage wirken wie folgt zusammen: Die Gemeinde gleicht entweder dem im Auswahlverfahren ermittelten Netzbetreiber dessen prognostizierte Wirtschaftlichkeitslücke zu 100 % aus und erhält hierfür eine staatliche Förderung oder ermittelt in einem Auswahlverfahren einen Betreiber und Pächter für das durch die Gemeinde zu errichtende passive Netz und beantragt staatliche Förderung für die Investitionskosten des passiven Netzes abzüglich der zu erwartenden Pachteinnahmen für sieben Jahre.

Der Förderhöchstbetrag ist der Betrag, den eine Kommune maximal erhalten kann. Jede Kommune kann ihren Förderhöchstbetrag durch ein oder mehrere Ausbauprojekte während der Laufzeit des Programms ausschöpfen.

Vorhaben mit einer Wirtschaftlichkeitslücke oder Herstellungsausgaben für die passive Infrastruktur von unter 25.000 € werden nicht gefördert (Bagatellgrenze).

Adressliste und amtliche Hauskoordinaten

Müssen für das Förderverfahren immer Adresslisten verwendet werden?
Grundlage für eine Förderung im Rahmen der BayGibitR ist die Verwendung von Adresslisten mit Amtlichen Hauskoordinaten. Die Adresslisten sind das maßgebliche Instrument, um die einzelnen Förderschritte erfolgreich durchlaufen zu können und für die Beantragung von Fördergeldern.

Neben den Adresslisten wird weiterhin eine begleitende Kartendarstellung eingefordert. Der detaillierte Umgang mit den Adresslisten sowie Beispiele zur Gestaltung des begleitenden Kartenmaterials sind in den entsprechenden Hinweisdokumenten und Leitfäden im Bereich Musterdokumente nachzulesen.
Werden die Adresslisten zu jedem Modul im Förderfortschritt veröffentlicht?
Die Adresslisten werden nur im Rahmen der Markterkundung Bekanntmachung (Modul 2), der Auswahlverfahren Bekanntmachung (Modul 4) sowie der Projektbeschreibung (Modul 9) veröffentlicht. In allen anderen Modulen werden die Adresslisten ausschließlich zum internen Gebrauch herangezogen.
Können nachträgliche Änderungen an den Adresslisten vorgenommen werden?
Die Verwendung der Adresslisten folgt dem Prinzip "vom Umfassenden zum Detaillierten", d.h. der Umfang der Adresslisten kann nach der Markterkundung mit weiterem Fortschritt im Förderverfahren nur geringer werden bzw. unverändert bleiben. Adressen, die in einem vorherigen Modul nicht Bestandteil der Adressliste waren, können zu einem späteren Modul nicht ergänzt werden, z.B. kann keine Adresse zum Ausbau ausgeschrieben werden, die zuvor nicht markterkundet wurde.

Eine Reduzierung des Adressumfanges hingegen ergibt sich i.d.R. automatisch nach der Markterkundung durch die Entfernung von als nicht förderfähig identifizierten Adressen oder im Auswahlverfahren, wenn z.B. der finanzielle Rahmen nicht für den Ausbau aller förderfähigen Adressen ausreichend ist.
Können Adresslisten verwendet werden, die nicht auf amtlichen Hauskoordinaten basieren?
Es können nur Adresslisten verwendet werden, die dem vorgegebenen Format des Förderverfahrens entsprechen. Wahlweise können leere, vorformatierte Adresslisten von der Internetpräsenz des Breitbandzentrums heruntergeladen werden oder vorausgefüllte und formatierte Adresslisten für jede Gemeinde beim zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) angefordert werden.

Alle weiteren Arten von Adresslisten sind unzulässig. Es wird nachdrücklich empfohlen, die Adressliste vom jeweilig zuständigen ADBV anzufordern und zu verwenden.

Die bereitgestellten Adresslisten können durch die ADBV einer Qualitätssicherungsprüfung unterzogen werden, um während des gesamten Förderverfahrens kontinuierliche Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten und um vergleichbare Rahmenbedingungen für die Netzbetreiber bzw. –pächter zu gewährleisten.