Kurz notiert

Eigenwirtschaftlicher Ausbau wo möglich – Förderung wo nötig!

Optimale Kombination von eigenwirtschaftlichem Ausbau und staatlicher Förderung am Beispiel der Gemeinde Haimhausen

Herr Staatsminister Albert Füracker, MdL, hat sich zusammen mit dem Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser Herrn Uwe Nickel am 27.08.2020 in der Gemeinde Haimhausen über den Glasfaserausbau vor Ort informiert. Durch das planvolle Zusammenspiel von eigenwirtschaftlichem Engagement der Firma Deutsche Glasfaser und staatlicher Förderung wird die Gemeinde Haimhausen in naher Zukunft flächendeckend mit FTTB -Anschlüssen ausgestattet sein.

Die Gemeinde hatte zunächst ein Angebot der Deutschen Glasfaser für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau erhalten – unter der Bedingung des Erreichens einer bestimmten Vorvermarktungsquote. Alle Grundstückseigentümer im vorgesehenen Ausbaugebiet wurden zunächst befragt, ob Sie Ihre Anwesen direkt mit Glasfaser erschließen lassen möchten. Aufgrund einer ausreichenden Anzahl von Vorverträgen hat die Deutsche Glasfaser den Ausbau eines Großteils (über 2.000 Anschlüsse) der Gemeinde Haimhausen auf eigene Kosten zugesagt.

Um möglichst viele positive Rückmeldungen zu generieren, hat die Gemeinde den geplanten eigenwirtschaftlichen Ausbau intensiv mitbeworben und für die Gebiete, für die kein eigenwirtschaftlicher Ausbau möglich war (80 Anschlüsse) ein Förderverfahren nach der bayerischen Breitbandlinie (BbR) durchgeführt. Den Zuschlag für den geförderten Ausbau hat dabei ebenfalls die Deutsche Glasfaser erhalten. Durch diese geschickte Kombination wird künftig die gesamte Gemeinde flächendeckend mit Glasfaseranschlüssen (FTTB) versorgt, inklusive Schule und aller öffentlicher Einrichtungen. Der geförderte und eigenwirtschaftliche Ausbau erfolgt in einem Zug. Die Inanspruchnahme von weiteren Förderprogrammen - wie etwa der Richtlinie zur Förderung von Glasfaseranschlüssen für öffentliche Schulen, Plankrankenhäuser und Rathäuser - war in der Gemeinde nicht mehr notwendig.

In der Karte sind die gefördert und eigenwirtschaftlich ausgebauten Anschlüsse dargestellt.

Die Gemeinde Haimhausen hat mit minimalem Einsatz von Fördermitteln das Maximum im Breitbandausbau erreicht.


Ortstermin im Markt Emskirchen – Vorführung einer alternativen Verlegemethode im Breitbandausbau

Nutzung des innovativen LayJet-Verfahrens im geförderten Breitbandausbau

Der Ortsteil Brunn in der Marktgemeinde Emskirchen im Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim wurde am Dienstag, den 8.September 2020, zum Schauplatz einer Vorführung der besonderen Art.
Die Deutsche Telekom AG (DTAG), die zusammen mit der Marktgemeinde den geförderten Breitbandausbau in Emskirchen umsetzt, lud zu einem besonderen Ortstermin ein, an dem u.a. Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat und das Bayerische Breitbandzentrum teilgenommen haben. Zweck war die Vorstellung und Vorführung einer sogenannten "alternativen" Verlegemethode im Ausbau schneller Glasfasernetze – das "Layjet-Verfahren".

Nach der Begrüßung durch Frau Bürgermeisterin Winkelspecht und dem Beauftragten der DTAG, Herrn Winter, erläuterte der Geschäftsführer der LAYJET Deutschland GmbH, Herr Ringhofer, die Details des Verfahrens und legte dessen besonderen Vorzüge dar.

Das Verfahren zielt auf die außerörtliche Verlegung von Breitbandinfrastruktur ab. Gleichwohl können ebenso Niederspannungsleitungen etc. mit diesem Verfahren unter die Erde gebracht werden.
Bei diesem Verlegeverfahren wird der eigentliche Straßenkörper nicht geöffnet, sondern alle Arbeiten werden im Bankett ausgeführt. Das Verfahren selbst stellt eine Variante eines geschalten Fräsverfahrens dar und besteht im Wesentlichen aus vier Schritten: 1. Vorbereitung des Fräsens, 2. Fräsen des Verlegekanals mit gleichzeitiger Verlegung von Kabelschutzrohren und direkter Verfüllung des Grabens, 3. Nachverdichtung und abschließend 4. Wiederherstellung des Bankettes. Das dafür notwendige Team besteht aus ca. 12 Personen und greift bis auf die Fräse und den Bankettverdichter auf handelsübliche Traktoren und Geräte zurück.

Das Verfahren kann bei jedem Untergrund und jedem Wetter eingesetzt werden und ist damit dem "normalen" Tiefbau überlegen. Die Verlegetiefe beträgt i.d.R. 70 cm, kann aber auch den Gegebenheiten angepasst werden.

Die Grabenfräse ist in der Lage, bei optimalen Bedingungen zwischen einem und anderthalb Kilometer (!) Leerrohre pro Stunde zu verlegen, aufgrund der vor- und nachbereitenden Arbeiten liegt der durchschnittliche Tagesfortschritt allerdings darunter – zwischen anderthalb und drei Kilometer Tagesfortschritt inklusive aller Nebenarbeiten können in der Regel bewältigt werden.
Neben einer immensen Zeitersparnis ist dieses Verfahren auch erheblich günstiger als der klassische Tiefbau – Einsparungen von 30 – 50 % zum durchschnittlichen Tiefbaupreis sind möglich.
Nach den erklärenden Worten des Geschäftsführers erfolgte eine Livepräsentation des gesamten Verfahrens, wobei alle Schritte nacheinander vorgeführt wurden. Innerhalb einer halben Stunde konnten so – Erklärungen für das Auditorium inklusive – ca. 300m Kabelschutzrohre verlegt und das Bankett der Straße wiederhergestellt werden.